Hyaluronsäure-Therapie

Die Hyaluronsäuretherapie ist eine bewährte Methode zur Behandlung von Arthrose. Durch gezielte Injektionen in das betroffene Gelenk wird die Gelenkflüssigkeit ergänzt, Schmerzen werden gelindert und die Beweglichkeit verbessert. Die Behandlung erfolgt ambulant, in der Regel unter sonographischer Kontrolle.

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Hyaluronsäuretherapie in der Orthopädie: Viskosupplementation für eine bessere Gelenkfunktion

Die Arthrose, der verschleißbedingte Gelenkschaden, ist die primäre Indikation für die Anwendung der Hyaluronsäuretherapie (HA) in der Orthopädie und Unfallchirurgie. Durch gezielte Injektionen in das betroffene Gelenk, auch als Viskosupplementation bezeichnet, soll die Funktion der Gelenkflüssigkeit (Synovia) wiederhergestellt werden, deren natürliche Konzentration und Molekulargewicht bei Arthrose verringert sind.

Der natürliche Wirkmechanismus als Gelenkschmiere


Hyaluronsäure ist ein wesentlicher, stark wasserbindender Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Sie wirkt als natürliches Schmiermittel, das die Reibung im Gelenk reduziert und als Stoßdämpfer, der die Gelenke gegen Belastung schützt. Ziel der Therapie ist es, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und den weiteren Knorpelabrieb zu verlangsamen. HA hat keinen knorpelinduzierenden Effekt, trägt aber zum Schutz und zur Ernährung des Knorpels bei.

Der Unterschied in der Molekülgröße: Kurz- und Langkette

Der therapeutische Einsatz unterscheidet sich je nach Molekülgröße der verwendeten Hyaluronsäure-Präparate, die entweder aus tierischem Material oder biotechnologisch gewonnen werden. Kurzkettige (niedermolekulare) Hyaluronsäure wird vorwiegend bei einer aktivierten Arthrose eingesetzt – also bei Gelenkverschleiß, der mit akuten Schmerzen und Schwellungen einhergeht. Sie besitzt einen nachweislich entzündungshemmenden und schmerzlindernden Effekt. Langkettige (hochmolekulare) Hyaluronsäure kommt primär bei Gelenken mit noch vorhandenen Knorpelanteilen zum Einsatz. Ihr wird eine knorpelprotektive Funktion zugeschrieben, und sie erhöht langfristig die Gleitfähigkeit des Gelenks. Sie wird in das reizfreie Gelenk injiziert, da sie eine akute Reizung vorübergehend verstärken könnte.

Anwendung, Wirksamkeit und Sicherheit

Die Behandlung erfolgt ambulant durch die direkte Injektion in das Gelenk, wobei zur Präzision, insbesondere bei Hüftgelenken, oft eine Ultraschallkontrolle genutzt wird. Eine Behandlungsserie umfasst typischerweise 3 bis 5 Injektionen im wöchentlichen Abstand. Der volle Effekt setzt in der Regel nach 2 bis 3 Wochen oder nach Abschluss der Therapieeinheiten ein und hält meist 6 bis 12 Monate an, kann aber bis zu zwei Jahre andauern. Studien belegen die Wirksamkeit von Hyaluronsäure, insbesondere im Langzeitverlauf, und das günstige Sicherheitsprofil im Vergleich zu Kortison-Injektionen. Im Vergleich zu Kortison zeigt Hyaluronsäure nach 8 Wochen eine größere Effektivität, wobei Kortison kurzfristig (bis zu 4 Wochen) besser Schmerzen lindern kann. Die Therapie kann das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen und eine Gelenkersatzoperation hinauszögern oder vermeiden. Die häufigsten Anwendungsgebiete sind die Kniearthrose (Gonarthrose), Hüftarthrose (Koxarthrose) und Sprunggelenksarthrose.

Ablauf und Kosten

Die Behandlung erfolgt ambulant in der Regel unter sonographischer Kontrolle und besteht typischerweise aus 1 bis 5 Injektionen im Abstand von 1 Woche, je nach Indikation, individuellen Gegebenheiten und dem gewählten Präparat. Von den privaten Krankenversicherungen wird die Therapie in aller Regel übernommen. Für gesetzlich Versicherte ist die Hyaluronsäuretherapie eine Selbstzahlerleistung (IGeL).

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